Bei einigen Sportarten geht es auch mal richtig zur Sache. Eine Prellung ist da nicht selten einer heftigen Begegnung mit einem Konkurrenten oder Gegenspieler. Hierbei gilt, ebenso wie bei Zerrungen und Verstauchungen, das so genannte „PECH-Schema" für die erste Behandlung vor Ort: Pause, Eiskühlung, Compression, Hochlagerung. Im Sport heißt das konkret, dass die Aktivität umgehend zu unterbrechen ist. Sofort muss die betroffene Stelle gekühlt werden. Je länger dies unterbleibt, desto später setzt im Nachgang die vollständige Heilung ein - die Verletzung und deren Folgen ziehen sich somit länger hin. Bei der Kühlung ist es wichtig, das Kühlprodukt nicht direkt auf die Haut zu legen, sondern ein Tuch oder ähnliches zu verwenden. Sonst kann es zu Erfrierungen kommen. Gekühlt werden sollte im Allgemeinen mindestens zehn Minuten lang.
Gegen Umknicken bei Jogging, Fußball oder anderen (Lauf-)Sportarten kann auch vorbeugend etwas unternommen werden: Wer hierzu neigt, kann mit einer Aircast-Schiene bereits im Vorfeld die Stabilität erhöhen. Nach dem Unfall kann die Schiene Untersuchungen zufolge die Heilungszeit erheblich verkürzen. Nach Prellungen gilt: Gut kühlen, danach zwei Tage schonen! Eine Zerrung erkennt man in der Regel durch einen krampfähnlichen Schmerz im betroffenen Muskel. Danach muss der Muskel gelockert werden - Dehnübungen sind zu unterlassen. Auch hier ist Kühlung und Schonung wichtig, sonst kann es zu einem Muskelfaserriss kommen. Und dessen Heilung dauert lange.
Wenn es zu kleineren Wunden kommt, kann man sich oftmals selbst helfen. Im Vorfeld sollte aber der Status der Tetanus-Impfung geklärt werden. Nach spätestens neun Jahren muss diese unbedingt aufgefrischt werden. Ein Blick in den Impfpass ist also vor dem Sportausflug in jedem Fall ratsam.
Schürfwunden sollten zunächst mit klarem Wasser ausgespült werden, um Dreck und so mögliche Keime zu entfernen. Anschließend kann die Wunde mit einer Sprühdesinfektion behandelt werden. Ein Pflaster ist danach nur dann sinnvoll, wenn die Wunde später von Kleidung verdeckt wird. Ansonsten ist das Trocknen an der frischen Luft die beste Medizin. Kleinere Risse oder Schnitte sollten zunächst einen Moment bluten, um auch hier Fremdkörper auszuspülen. Erst danach wird desinfiziert und die Wunde mit sterilen Hilfsmitteln wie einem Pflaster oder einer Kompressen mit Verband bedeckt. Tiefere Wunden müssen möglicherweise genäht werden. Das kann nur der Arzt, diesen also schnell aufsuchen!
Gegen Blasen sind Blasenpflaster die wirkungsvollste Waffe. So wird Druck von der betroffenen Stelle genommen und die Belastung ist nicht mehr so schlimm. Die Blasen heilen dann in der Regel ganz von selbst ab. Aufstechen sollte man die Blase nur in ganz seltenen Fällen, da so eine offene Wunde entsteht, in die Erreger eindringen können. Wenn es nötig ist, weil beispielsweise die Blase zu groß ist, sollte in jedem Fall eine sterile Nadel benutzt und die Haut über der Stelle nicht entfernt werden.
Oft verirrt sich ein Insekt in das Auge des ambitionierten Outdoor-Athleten. Dann sollte großzügig mit sauberem Wasser ausgespült werden. Fremdkörper im Auge werden immer zur Nase hin entfernt. Wenn das Insekt partout nicht aus dem Auge heraus kommt, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, denn auch und gerade im Auge kann es zu nachhaltigen Schädigungen kommen. Zecken auf beziehungsweise in der Haut lassen sich mit einer Zeckenzange schnell entfernen. Wer häufig in Wald und Feld unterwegs ist, sollte sich von einem Arzt über die Möglichkeit einer FSME-Impfung informieren lassen.
Bienen- und Wespenstiche sind lästig und schmerzhaft, in der Regel aber ungefährlich. Wer allerdings zu allergischen Reaktionen neigt, muss immer ein Notfallset im Gepäck mit sich führen. Ein solches erhält man von Arzt und Apotheke. Wenn es lediglich juckt, hilft in der Regel ein kühlendes Gel oder diverse Mittel aus der Naturheilkunde. Auch gegen das Brennen der Brennnessel verschafft ein Gel Kühlung und Linderung des Schmerzes.
Mit diesen Tipps, ein wenig Vorsicht, Respekt vor den eigenen Grenzen und - ganz wichtig - einer guten Portion gesunden Menschenverstandes kann auch der nächste Sommer mit hoffentlich vielen sonnigen Tagen und ebenso zahlreichen sportlichen Aktivitäten im Freien kommen. Und, wer weiß, vielleicht hält ja auch der Herbst noch ein paar schöne Tage für Outdoor-Aktivitäten bereit.
aktualisiert am 10.09.2010